Wie man im Namen Reichs seine eigene naturwissenschaftliche Forschung per Abstimmung abwählt, ohne auf dem Gebiet selber gearbeitet zu haben


Mitglieder der WRG (John Trettin mit Sonnenbrille hinten rechts ) vor
ihrem damaligen Tagungsort in Berlin Grunewald mit Mitgliedern der Cloudbustingggruppe
Waldsterben (vorne Beate Freihold, Bild rechts) anläßlich der
Cloudbustingoperation am 13. Januar 1990 in Berlin
Aus
der Maierklärung 1995
Aus dem Protokoll der Vorstandssitzung am 29./30. April 1995
( Die Namensliste der 18 Anwesenden der WRG ist uns bekannt )
.... "Es gibt seit vielen Jahren 2 unterschiedliche Strömungen:
eine kleine Anzahl von Einzelpersonen, die aus dem Gesamtwerk eine mystische,
oft für den natur- wissenschaftlichen Laien als wissenschaftlich erscheinende
Lebensphilosophie zu entwickeln
und den durch alte Mitarbeiter Reichs und seine Tochter
und Erbin dahingehend unterstützten großen Kreis (WRI, WRG),
das Gesamtwerk kritisch aufzuarbeiten und weiterzuentwickeln."....
...."Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen
und
therapeutischen Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt, sind
Reichs quantitative Formeln als physikalische Definitionen nicht haltbar.
Die Begriffe Orgonspannung und Orgonenergie bedürfen einer Korrektur
und
Neudefinition."....
...."Wir interpretieren den Orgonbegriff Reichs als universelles Lebens-
und Liebesprinzip, welches als gemeinsames Funktionsprinzip die Grundlage
des gesamten- physikalischen, biologischen, seelischen und geistigen- Naturgeschehens
bildet."....
Aus dem Protokoll der WRG Jahressitzung:
"Diese Stellungnahme zum Orgonbegriff wurde mit 15 Ja -, 1 Nein -
Stimme und 1 Enthaltung verabschiedet.
Es folgt die Kritik des Orgonbegriffs
Während Reichs Erkenntnisse auf biologischen, medizinischen und therapeutischen
Gebiet eine zunehmende Evidenz und Bedeutung zukommt (11 Ja, 4 Nein, 3
Enthaltungen)
sind Reichs quantitative Formeln als physikalische Definition nicht haltbar.
Die Begriffe "Orgonspannung" und "Orgonenergie" bedürfen
einer Korrektur oder Neudefinition. (15 Ja, 1 Enthaltung). "

Vorstandsmitglieder des Zentrums für Orgonomie in Heidelberg (John Trettin links) anläßlich des Besuchs von Morton Herskowitz (Orgontherapeut aus USA) in Deutschland, 28. Oktober 1993
Der Kritikbrief an der öffentlichen Maierklärung (WRI / WRG) 1995 an Eva Reich erfolgte am 9. Juli 1995
.
Reaktion auf die Kritik an der Mai-Erklärung von John Trettin
To whom it concern
Brief von Eva Reich
It is necessary that I withdraw formally from the Wilhelm
Reich organizations, which I joined with you in 1986. The present
splitting up in factions of the German groups dealing with Orgonomy
is painful to me. I wish you had formed an "umbrella" organization
under which the various persons who worked in orgonomy could have exchange
friendly and productive criticism. I do not think any one individual
or group can be the exclusive "successor" to Wilhelm Reich.
I myself am working towards a world where every student who is
interested, all over the world, could learn the facts about WRs dis-
coveries.
As you know, I gave the formal power over the WR estate to Mrs.
Mary Boyd Higgins in 1959. I represent only myself since then.
Because I am now 71 years old, my health and energy are diminishing,
my retirement from WRI/WRG is herewith formally finalized.
With best wishes to you all,
Your
Eva Reich, MD August 19 1995
___________________________________________________
Aus dem Protokoll der
Vorstandssitzung der WRG 29./ 30. April 1995
TOP 7) Die Schwierigkeiten, die sich aus dem Interesse
der Medien am Cloudbusting ergeben werden angesprochen.
Offizielles Statement der Presse lautet wie folgt:
Im Raum Berlin wurden mit meteorologische Antennen von einer Gruppe von
Meteorologen, Ärzten und Physikern Untersuchungen gemacht zur Luftionisation,
Temperaturveränderungen und energetische Veränderungen der Atmosphäre.
Diese Versuche sind abgeschlossen, zur Zeit findet eine Datenanalyse statt,
die etwa ein Jahr dauern wird. Danach wird sich eine kritische Diskussion
anschließen.
Die anwesenden Mitglieder der Wilhelm Gesellschaft sprechen eine Empfehlung
aus bis zur weiteren Klärung keine weiteren Informationen über
Cloudbusting weiterzugeben.
Die Empfehlung wird mit 14 Ja, 1 Enthaltung, angenommen
Aus der Oktoberkritik
des IOO vom 13.10.1995
Wir, insbesondere John Trettin,
waren Teilnehmer der genannten Wetterarbeitsgruppe in Berlin von 1989 bis
zu unserem Austritt 1992 als Meteorologiestudent und Operateur.
Als Mitinitiatoren dieser Gruppe möchten wir versichern, daß
die Ausführungen unrichtig sind. Niemals haben wir mit meteorologischen
Antennen Untersuchungen zur Luftionisation durchgeführt.
Die durchgeführten Versuche sind auch nicht abgeschlossen und wir
wissen auch nicht, welche Datenanalysen ein Jahr dauern sollen.
Die Mitglieder in diesem Projekt arbeiteten auch nicht als Ärzte und
Physiker, sondern als Studenten der meteorologischen Orgonomie Wilhelm
Reichs.
Das Projekt war eigenständig und stand in keinem direkten Zusammenhang
mit der WRG, obwohl einige, u.a. damals noch John Trettin, Mitglieder der
WRG waren.
Insofern verwehren wir uns gegen eine Interpretation und Repräsentation
unserer Arbeit durch die WRG, zumal sie im besonderen noch nicht mal den
Tatsachen entspricht.
Zur weiteren Information, die Gruppe Waldsterben / Waldheilung wurde 1995
aufgelöst.
Seit 1997 gibt es das WWC Cloudbustingprojekt des Wilhelm Reich Institutes
Deutschland unter der Leitung von John Trettin, als Fortsetzung der Berliner
Arbeit.
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John Trettin - seine Beziehung zur
Wilhelm Reich Gesellschaft und dem Zentrum für Orgonomie
John J. Trettin ist seit 1993 nicht mehr Mitglied der Wilhelm Reich Gesellschaft.
Ebenfalls gehört er seit dieser Zeit nicht mehr der Redaktion der
Reich-Zeitschrift Emotion an. Beide Mitgliedschaften gab er aus Grund seiner
Kritik am Berliner Neoreichianismus auf. Seit 1995 ist er ebenfalls nicht
mehr Redakteur des Reich-Journals Lebensenergie des Zentrums für Orgonomie,
dessen Mitglied und Vorstand er ebenfalls bis 1995 war und in dessen Auftrag
er die Kritik am Maipapier 95 der Wilhelm Reich Gesellschaft an Eva Reich
verfaßte. Einer weitergehenden Kritik am Abstimmungsprinzip über
nichtgeleistete Arbeiten, die im Namen Reichs seine eigene Naturwissenschaft
in Frage stellen sollte, wollte aber auch das ZfO nicht mittragen. Das
1994 von Trettin neugegründete OrgonInstitut leistete diese Kritik
dann alleine und gab direkt in seiner ersten Publikation "Oktoberkritik"
zum Ausdruck, daß so etwas nicht legitim sein konnte. Der Eklat in
der BRD führte bei Reichs Tochter Eva ebenfalls zu organisatorischen
Konsequenzen .
Die letzte Tagung der WRG an der Trettin teilnahm war 1991, in der er nochmals
das Orgonomische Videoprojekt vorstellte, das zwischen 1988 und 1994 über
100 Videobänder zur Orgonomie aufzeichnete und das bisher von der
WRG nicht erwähnt wurde, obwohl es u.a. Veranstaltungen der WRG (Wilhelm
Reich Tage, Oktober 89-Vorträge und Workshops) aufnahm. Ebenfalls
fehlte die Erwähnung in "Der Stand der Dinge", dem Vorwort
der Emotion 10 (1992), in dem Mitglieder der WRG sich auf die eigene Schulter
klopften, aber ebenfalls den Orgonakkumulatorenbau in Berlin von Trettin
unerwähnt ließen. Trettin hatte bereits einen Orgonakkumulator
kostenlos für A.I.D.S.- Kranke den Ärzten der WRG übergeben
und es konnte wohl kaum übersehen worden sein, daß der Orgonakkumulator
ein Zentralthema der Orgonomie war. Bereits 79 mußte Trettin die
damalige Wilhelm Reich Initiative in Berlin kritisieren, die Aluminium
zum Bau von Orgongeräten immer noch empfahl. Erst Trettin garantierte
eine optimale Versorgung von fachgerecht gebauten Orgonakkumulatoren in
der BRD für Jedermann, die später zur Nachahmung anregte.
Erfreulich war, daß Trettin auf der Jahressitzung 91 für die
Wahl des Beirates der WRG vorgeschlagen wurde. Enttäuschend, daß
man dem Projektleiter des Tutorium Orgonbiophysik und mittlerweile auch
WRG Mitglied eine größere Summe für Forschungszwecke zur
Verfügung stellte. Der Projektleiter der Gruppe Orgonbiophysik, die
zeitweilig ihre Räume in Trettins Platz in der Müllerstraße
hatte, äußerte sich Trettin gegenüber bereits im vorhinein
daß er glaubte, daß einige Annahmen Reichs grundsätzlich
falsch seien. Es konnte nicht übersehen werden, daß diese Person
nicht das nötige Verantwortungsgefühl in der Sache besaß
und das zeigte sich auch in späteren Auseinandersetzungen zwischen
Mitgliedern der WRG und ihm. Die Frage nach der Naturwissenschaftlichkeit
durch diese Person entscheiden zu lassen war mehr als abenteuerlich und
wurde leider auch von Mitgliedern der WRG tendenziös gefördert
und mitgetragen. Der Versuch der WRG Wilhelm Reich auf ein allgemeines
gesellschaftlich akzeptables Maß anpassen zu wollen misslang gründlich.
Die finanziellen Belastungen aus diesem Unternehmen behinderten die Anschaffung
des neuen Cloudbusters in Berlin, den Trettin als praktisch Arbeitender
an einem alten Gerät für dringend notwendig erachtete. Diese
Anschaffung wurde erheblich von Mitgliedern der WRG behindert und Trettin
konnte die Neuanschaffung nur mit Mühe durchsetzen. Die Untersuchungen
zu Reichs Physik zeigten immer mehr, daß sie dem falschen Mann anvertraut
worden war. Als Tutor verweigerte er Trettin den Zugang zu seinen Ausführungen
darüber an der FU. Nach 3 Jahren Nachvollzug wollte er Reich dann
nur noch als Naturphilosoph sehen, nicht als Naturwissenschaftler. Es stand
zur Diskussion den Begriff der physikalischen Orgonenergie quasi abzuschaffen.
Die WRG und das WRI übernahmen 1995 leider Teile dieser Tendenz und
publizierten diesen Standpunkt öffentlich in einem eigenen Informationspapier
im Mai 1995. Hier wurde die physikalische Orgonenergie und ihr Exponent,
die Orgonspannung nicht nur in Frage gestellt. Spätestens hier ging
das vielen Reichianern in der BRD zu weit und Trettin wurde federführend
in dieser Kritik und ihren Grundlagen, die man ihm in Berlin sehr verübelte.
Es wurde immer offensichtlicher, dass man sich außerstande sah Wilhelm
Reichs Physik aufzuarbeiten.
1995 begann der Verlag Zweitausendeins bisher nicht veröffentlichte
Schriften aus Reichs Spätwerk herauszugeben. Sie wurden mit deutschen
Lesebegleitheften versehen. Auch hier fand man, wie in "DAS ORANUR
EXPERIMENT 1 & 2 " wieder diese Tendenz derselben Person, die
wahrscheinlich gar nicht ohne die WRG in diese Position gekommen wäre.
Die WRG hatte es geschafft Wilhelm Reich in seinen naturwissenschaftlichen
Ausführungen als Dilettanten aussehen zu lassen.
Auch "Orop Wüste" wurde, aus unserer Sicht, nicht fachkundig
begleitet, obwohl es bekannte Fachleute auf diesem Gebiet gab, die in Berlin
ein und ausgingen und aus der Praxis hätten sprechen können.
Stattdessen wurde das Begleitheft in großen Teilen aus der Sicht
einer ambivalenten Philosophie erörtert. Der politische Charakter
mit den entsprechenden Personalabsichten war nicht mehr zu übersehen.
Der Ablauf dieser Politik ist uns leider nicht bekannt. Viele der Lesebegleitungen
der Kommentarhefte kamen aus den Reihen der WRG, bzw. Personen, die von
ihr in diesem Zusammenhang gefördert wurden. Hingegen wurde unsere
Forschung die zu anderen Ergebnissen führte, immer konsequent ignoriert
und blieb von Seiten der WRG bewußt unerwähnt.
Stattdessen findet man heute exponierte Links auf den Seiten der WRG (Stand
11.9.01), die direkt für "22 mediale Interviews mit Wilhelm Reich
und Hildegard von Bingen" werben. Ein neuer Trend der heute von anderen
Personen der WRG getragen wird. Ich denke da erübricht sich jeder
Kommentar.
Eine Anfrage bezüglich des Wilhelm Reich Museum, die die Rechte an
Reichs Schriften hält, führte zu der Auskunft, daß das
Museum keinen Einfluss auf das Erscheinen der Lesebegleitungen hätte
und somit Zweitausendeins auch nicht auffordern könnte diese Hefte
in Verbindung mit den Originalschriften nicht herauszugeben.
Wir schickten ein Exemplar nach USA um zu zeigen, wie hier in Deutschland
Reichs Originalschriften kommentiert wurden. Wir hoffen, daß das
Wilhelm Reich Museum in Zukunft Konsequenzen daraus ziehen wird.
Trettins Austritt aus der WRG hatte letztlich zum Ziel den bis dahin sichtbaren
Trend nicht weiter und vor allem nicht durch seinen Namen zu unterstützen
und durch eine freie, an Reich orientierte Forschung zu ersetzen. Wir denken,
dass das uns, dem "Wilhelm Reich OrgonInstitut Deutschland- Institut
für Orgonforschung und Orgontechnik- IOO", Sitz Nümbrecht
bei Köln auch gelungen ist.
Die hier vorliegende Homepage des OrgonInstitut zeigt Ihnen wie keine andere
Fachartikel, Bilder, Filme und Meßdaten aus der orgonomischen Forschung.
Sie belegt die Existenz der Orgonenergie, ebenso die der Orgonspannung
durch Messungen, die andere Institutionen nicht vorlegen (wollen oder können).
Die Neugründung unseres Wilhelm Reich OrgonInstituts war unvermeidbar,
auch wenn sie unter unangenehmen Begleitumständen ins Leben gerufen
wurde. Ihr Ziel ist es Reichs Arbeit zu schützen, weiter auf dem Gebiet
der Orgonomie zu arbeiten und diese Arbeit soweit möglich auch filmisch
darzustellen. Darüber hinaus betrachten wir unsere Arbeit als die
Konsequenz dessen, was ein erfolgreicher Abschluss einer Orgontherapie
und ein daraus resultierender rationaler Geist zu leisten vermag.
IOO, Nümbrecht 11.9.2001
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Zur Reichrepräsentation des IOO in Deutschland
Als Dezentralisten sind wir nicht interessiert eine auf Anpassung ausgerichtete zentrale Reichinstitution für Deutschland zu befürworten oder zu fördern. Prinzipiell wünschen wir uns zu allen an Reich orientierten Gruppierungen oder Einzelpersonen gute Beziehungen, sofern das möglich ist. Daß heißt nicht, daß wir ihre Meinungen teilen oder gar zu unserer machen wollen. Wirkliche Kritik darf nicht nur ein Lippenbekenntnis sein, das letztlich dazu führt, die Kritik totzuschweigen oder abzustrafen.
Unsere Kritik an der Aufgabe des Orgasmusreflexes als Ziel einer reichorientierten Therapie ist nicht nur richtig, sondern auch sinnvoll. Ebenfalls gibt es keinen Grund Reichs Annahme einer physikalischen Orgonenergie in Frage zu stellen. Die kontinuierliche Messung der Orgonspannung war eher ein technisches Problem (nämlich das Ablesen eines Elektroskops über Stunden). Es gibt keinen theoretischen Grund der Ablehnung einer Orgonphysik, auch wenn sie aus einer reichianischer Organisation kommt. Man sollte es aufgeben sich über Dinge eine Meinung zu bilden, auf denen man nicht gearbeitet hat. Andere zu verteufeln, weil sie praktisch arbeiten kann nur als unfair bezeichnet werden und verdient die Kritik gegenüber den opportunistischen Mitläufern. Die Meinung, daß das To-T Experiment nur gelingen könnte, wenn die Thermometer der Sonne ausgesetzt sind ist falsch, denn wir haben auch einen Anstieg der Temperatur im Dunkeln und bei Nacht festgestellt, selbst bei einer relativen Luftfeuchte von über 80 %. Selbst den Temperaturanstieg durch Wärmedämmung zu begründen müssen wir zurückweisen. Inzwischen messen wir nur noch in gleichen Plastikbechern auf einem kleinen Stück Metallfolie. Die Wärmeattraktion als Konvektion zu bezeichnen ist ebenfalls experimentell von uns widerlegt worden. Stark konzentrierte Orgonenergie kann über mehrere Meter gefühlt werden. Sie führt bei geladenen Menschen zu starken Irritationen. Auch offene Systeme, wie Trichter oder Platten verursachen Wärme oder Empfinden.
Orgon-Eis erwies sich in unserem Experiment als stabiler als einfaches Eis. Das zeigt, daß die Orgonenergie nicht nur in der Wärme sondern auch in der Kälte ihre Wirksamkeit entfaltet. Auch das Experiment XX, daß wir durchführten, zeigte die von Reich festgestellten Ergebnisse wie Flocken und Bione aus Eis. Das Blau der Orgonstrahlung als Unsinn zu bezeichnen, da Blau lediglich durch Lichtbrechung zustande käme, ist nur konventionelle Ansicht und sagt nichts darüber aus, warum die Farbe Blau dann zu finden ist, wenn eine konzentrierte Orgonenergie vorliegt (und das nicht nur unter dem Mikroskop). Auch hier gibt es keine Forschung, die die Unrichtigkeit von Reichs Annahme untermauern könnte. Insofern kann es niemals legitim sein, aus reichianischer Sicht Reichs Ansicht als falsch zu behandeln.
Auch die Ansicht ganze Studiengruppen hätten niemals eine Pulsation an Bionen gesehen und somit zu suggerieren, es gäbe sie nicht, ist falsch und mußte selbst von einem Referenten schon während seines Vortrags vor Nichtlaien berichtigt werden, und zwar weil nämlich mehrere Teilnehmer auf seinen Videoaufnahmen Pulsation sahen (Kommentar des Vortragenden :"Ich muss mich von meinem eigenen Film ja wohl geschlagen geben- ja wir sehen hier etwas- Pulsation -ähnliches.") Doch andere Teilnehmer sahen Pulsation- Zusammenziehen und Streckung. Pulsation ist oftmals eine Definitionsfrage- vor allem wenn man den Begriff auf "deutliche Pulsation" (W.R.) reduzieren will.
Wer wie wir oft stundenlang vor dem Mikroskop sitzt wird verstehen, wieviel Geduld man braucht um Pulsation zu verfolgen. Pulsation unter dem Mikroskop unterliegt auch den technischen Bedingungen, kann mal mehr mal weniger oder gar nicht stattfinden. Das macht gerade den Unterschied zwischen mechanischer und lebensorientierter Energie aus. Um Reichs Forschung nachzuvollziehen braucht man keine aufwendige Technik. Man muss sich hier allerdings die Frage stellen, warum so etwas überhaupt behauptet wird und warum, wenn es sich als falsch herausstellt die abgestraft werden sollen, die die Klarstellung bringen, anstatt die Verursacher. Hier zeigt sich der Unsinn von fachunkundigen Mehrheitsbeschaffern. Der Reichsche Bluttest kann ebenfalls ohne ein Kontrastverfahren im Hellfeld bei einer Vergrößerung von 400 x gut gesehen werden. Auch die Pulsation von Bionen kann man beobachten. Konventionelle Mikroskope gehen mindestens bis 600 x und mit Öl bis zu 1000 x. Das sind ganz normale Vergrößerungen. T-Bazillen kann man bei Blut gut im Dunkelfeld, bei Grasaufgüssen auch im Hellfeld sehen, ohne besondere oder gar teure Kontrastverfahren. Dass man also Kontrastverfahren im Wert von über 100.000 DM für die Auffindung von T-Bazillen braucht ist eindeutig falsch.
Wir müssen uns also zwangsläufig die Frage stellen, warum so etwas überhaupt behauptet wird. Ich wurde ausgelacht, weil ich behauptete man könne Sand mit 1700 Grad über 20 Minuten glühen. Hätte man erst mal diesen Versuch gemacht, so wüßte man daß der Sand nicht verbrennt. Wir- das IOO, das sich von Anti-Orgon-Propaganda nicht abschrecken ließ, konnte den Nachweis erbringen, daß die meisten der Antiorgon- Fakten NICHT STIMMEN ! Daß die Sachlage anders liegt, als mancher möchte, ist nicht unsere Schuld und entspricht ebenfalls nur dem, was Reich selbst schon beschrieb.
Was war also 75 bis 95 geschehen? Wir müssen es besonders den USA-Institutionen ankreiden, daß sie es deutschen Wissenschaftlern und besonders Ärzten so schwer machten in den USA Orgonomie zu erlernen. Ich weiß persönlich von vielen Ärzten, die zurückgewiesen wurden und das Interesse an einer erlernbaren Orgonomie verloren. Es wurde durch einen in wesentlichen Zügen unwissenschaftlichen Neoreichianismus ersetzt. Therapie wurde ein Markt. Hier gab es wenig Interesse an der Wissenschaft und Reich wurde von Interessengruppen neu belegt. Die schufen sich natürlich auch ihre Verbände. Der Versuch Reich für die bürgerliche Wissenschaft akzeptabel zu machen scheiterte jedoch!
Man hoffte, man könnte Reich bestimmter unbequemer Fakten entledigen. Wer sich in der naturwissenschaftlichen Szene auskennt, der weiß daß ein Orgonenergie-Reich NIEMALS akzeptabel wäre, selbst wenn man ihn eindeutig beweisen könnte. Daran ändert auch das Gerede vom Paradigmenwechsel nichts. Das liegt im Wesen der sexualfeindlichen Wissenschaftskultur von heute. Doch auch ein "gesäuberter "Reich ist nicht akzeptabel. Reich ist eben Reich- da führt kein Weg dran vorbei. Das ist das heutige Dilemma. Diese Meinungsbildung erfolgte aufgrund gesellschaftlicher Fakten. Psychologische Aspekte von Einzelpersonen, die es hier gab und die auch eine große Rolle spielten, wurden nicht berücksichtigt.
Die Gipfelzeit der Orgonomie in Deutschland, wie etwa 1989 bis 1991, in der alle in der Reichszene Arbeitenden zumindest noch an einem Tisch sitzen konnten, ist längst vorbei. Viele haben sich heute abgewandt, andere sich zurückgezogen oder sind Geschäftsleute geworden. So ist es halt, wenn man älter wird. Dieser Trend wird sich auch fortsetzen. Orgonomen verdienen zu wenig, bekommen keine Anerkennung und es ist kein Geld für Forschung da, falls man überhaupt eine machen wollte. Auch die Aussichten einer orgonomischen Medizin sind mehr als mager. Eine immer wieder angekündigte Ambulanz für Orgonbehandlung wird es kaum geben. Ebenfalls kaum eine großangelegte Forschung, auch wenn man immer wieder davon spricht.
Das Wetterprojekt in Deutschland wurde ebenfalls vergeigt und Arbeitsdemokratie ist, seien wir doch mal ehrlich, heute nur ein anderes Wort für Machtverhältnis. An Arbeitsdemokratie glauben ja selbst die Naiven heute nicht mehr. Wir leben eben alle in derselben Welt ,"der Welt des neurotischen Charakters " um es einmal so blumig auszudrücken. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Da es keine politischen Veränderungen gegeben hat, wirken die Verhältnisse auf die Möglichkeiten der Einzelnen zurück und schränken sie hochgradig ein. Die Aufbruchstimmung der 68er Generation ist längst wieder rückläufig geworden.
Trotz des neuen Pragmatismus wollen wir uns auch heute noch Kritik erlauben und zwar da, wo wir glauben daß sie angebracht ist. Natürlich kann jeder tun und lassen was er will, aber hier ist der Bereich, aus dem sich Konflikte bilden. Diese Situation war voraussehbar und man muss dann sehen, auf welcher Seite man sich wiederfindet. Die Vorstellung jedenfalls mit Reich neue Karrieren im bürgerlichen Lager starten zu können ging nicht richtig auf. Selbst für die Trittbrettfahrer nicht. Eine alternative Orgonomie gibt es ebenfalls nicht. Eine wirkliche Subkultur, wie ich sie noch aus der APO kannte gibt es ebenfalls nicht mehr. Wahrscheinlich ist deshalb auch unsere Kritik verhallt. Sehr früh haben wir uns in der 68er Kulturrevolution vom Mitläufertum verabschiedet und entsprechen nicht dem was man heute obligatorisch an Unis lernt um voran zu kommen.
Die Orgonomie in Deutschland war von Anfang an mit wenigen Ausnahmen nicht wirklich gesellschaftskritisch sondern bürgerlich, doch im Bürgertum fand sie letztlich kein Zuhause. Der Versuch ging schief. So wird Orgonomie heute immer mehr und mehr spirituell verramscht. In diesem Lager, der aufgemotzten Hoffnungslosigkeit fand sie Zuflucht. Auch hier werden Theorien bemüht, die wir längst in den 70er und 80er Jahren durchgearbeitet haben oder deren Modifikation, die jetzt eine neue Renaissance in Verbindung mit Reich finden sollen.
Wir haben die Konsequenzen aus den Konflikten gezogen und sind selbstständig - ohne Hoffnung und mit nur geringer Furcht. Auch der Trend auf Kritik mit Klagen zu drohen ist nicht aufgegangen und hat nur die Anwälte reicher gemacht. Selbst Begriffe wie "geschäftstüchtig" kann man hier in Deutschland nicht im Sinne einer Defamierung beklagen, so wie man es bei mir versuchte.
Wer glaubt uns unsere Standpunkte verübeln zu müssen, der muß das tun. Wer mit uns in Frieden leben will, der kann das ebenfalls. Unserer Ansicht nach kann Reichs Werk nach wie vor, auch experimentell bestätigt werden. Für Korrekturen sehen wir keine Veranlassung. Für politische Schachzüge der Anpassung stehen wir ebenfalls nach wie vor nicht zur Verfügung. Wir sind darüber hinaus keine freudschen Vatermörder und mit Ignoranten unserer Arbeit werden wir uns auch nicht solidarisieren.

John Trettin vor der Bauruine des ehemaligen Wilhelm Reich Instituts und Tagungsstätte der Wilhelm Reich Gesellschaft in Berlin Grunewald, Dellbrückstr., 2001
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