SPIRITUALITÄT UND ORGONOMIE 

Gibt es eine geistige Ebene in der Orgonenergie?

J.T. 25.12.2000

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Vielleicht ist gerade Weihnachten ein geeigneter Tag sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Christus ist das Symbol der Hoffnung und somit Hinweis darauf, dass Leben in Lebensgefahr gerät, wenn es die Grundfragen der charakterlichen Panzerung aufgreift, meist mit tödlichem Ausgang. Und da ist die Verklärung des Mordes der Gegenseite, dass Jesus sterben musste, um die Menschheit zu retten. Wurde die Menschheit gerettet? Ist Reich der neue Jesus und gibt es Lebensenergieesoterik die göttlich macht und befreit?

Christus, Gott und Religion- das ist ein Thema, das sich durch das soziale Leben der Menschheit zieht und somit auch Betrachtung von Wilhelm Reich werden musste.

Gibt es spirituelle Aussagen von Wilhelm Reich und eine orgonomisch/spirituelle Praxis die zu einem geistigen Leben führt?

Unsere Antwort darauf ist ein klares NEIN!

Wir möchten das an den Anfang der Untersuchung über "Reich und die orgonomische Meditation " stellen, damit sich der Leser nicht unnötig auf Antwort zu dieser Frage wartend durch diesen Artikel quälen muss, um dieses NEIN erst am Schluss unserer Betrachtungen zu finden.

Reichs Erkenntnisse, speziell über die Angst der Menschen und ihrer Mystifikation ist ein großer Schatz der Erkenntnis psychologisch energetischer Prozesse. Er sollte nicht zerstört und entstellt werden durch Aussagen, die Reich niemals getan hat und die den Kern seiner Lehre entstellen und wertlos machen, um stattdessen für gewisse Nutznießer ein Trivialgerüst zu errichten, das postuliert, was Reich selbst ein Leben lang konsequent zu bekämpfen versuchte.

Großen Lehrern folgen immer in der 2. Generation die Administratoren und Technokraten, in der 3.Generation dann Oberflächenerneuerer, man könnte sie auch die "Realisten" nennen, die versuchen das theoretische Gedankengebäude an das vorherrsche System anzupassen und sich so der innewohnenden Möglichkeiten der Verwertungsakkumulation zu bedienen. So ist es auch in der Orgonomie.

Religiöses Denken hat Ursachen und Funktionen und die werden sich auch durch diesen Artikel nicht verändern. Da ich mit all diesen Dingen gut vertraut bin, selber den Titel eines Lamas der tibetischen Tradition trage und eine Orgontherapie bei einem direkten Mitarbeiter Reichs abschloss, vertrete ich hier eine Meinung, die sowohl der Religion und Meditation als auch der Orgonomie und der Charakterstruktur Rechnung tragen kann.

Die großen religiösen Systeme entstammen Überlieferungen wie der christlichen oder hinduistischen. Der Islam beispielsweise entstand in den Wüsten seiner Region, der Buddhismus im Wohlstand indischer Aristokratie.

Sigmund Freud beispielsweise mutmaßte in "Der Mann Moses und die monotheistische Religion", dass Moses kein Jude, sondern Ägyptischer Aristokrat war, der mittels des jüdischen Volkes seine Vorstellungen einer Sonnenreligion realisieren wollte. Da das in Ägypten nicht möglich war, versprach er den Israeliten Freiheit durch seinen Gott. Freud bezweifelte, dass der Führer Moses, der durch diesen Prozess diesen Namen trug, ein und dieselbe Person war. Vermutlich wurde er von den Israeliten ermordet. Entbehrungen und soziale Spannungen machten eine göttliche Gesetzesgebung notwendig. Die 10 Gebote waren wahrscheinlich der Grund für die frühzeitige Ermordung Moses. Auch die heutigen Erkenntnisse der Jesusforschung, die das neue Testament betreffen, gehen nicht mit dem Text der Bibel konform. Wie bei allen Legenden, und das sind nun mal die heutigen alten Religionen, mischen sich Historie und Phantasie, Wahrheit und Politik. Der Gottesbegriff selbst, der der Religion zu Grunde liegt, hat eine Doppelfunktion: Einerseits soll er den Teil der Natur repräsentieren, in den der Mensch und die Natur eingebettet ist und der logischerweise nicht von Menschen selbst stammen kann. Also muss es etwas vor ihm geben, das existiert und die Natur und auch den Menschen kreiert hat. Abstrakt nennt man das Gott, identisch mit dem heiligen Geist. Darüber hinaus soll Gott all das sein, was der Mensch sich wünscht. Unfehlbar, gut, gebefreudig, verzeihend, liebend etc. Darüber hinaus soll er ewiges Leben repräsentieren, nachdem der Mensch sich sehnt. Obwohl nach der Bibel Gott den Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen hat, soll Gott nicht zornig oder launisch sein. Im Patriarchat ist Gott männlich und der Gläubige zeigt seine Vaterfixierung dadurch, dass er Gott mit Vater gleichsetzt, obwohl sein oder ihr Vater ein anderer ist. Im Patriarchat gibt es auch den monotheistischen Gott, identisch mit der Wahrheit. Nur einen Gott kann es geben, den Gott der alles gemacht hat. Patriarchat und Einheit sind hier gleich gestellt.

Im Matriarchat, dem Mutter- oder Frauenrecht, als der Stamm statt dem späteren Häuptling herrschte, also vor der genitalen Sexualunterdrückung, gab es viele Gottheiten, die in den animistischen (Natur)- Religionen den Elementen zugeordnet waren. Man versuchte sie gütig zu stimmen durch Zuwendung, also Opfer, Opfergebet, Flehen, Zureden etc.. Man betrachtete hier die Natur sehr menschenähnlich- übertrug die sozialen Verhältnisse bzw. Emotionen auf sie. Hier sehen wir einen anderen Aspekt der Religion- die Angst vor der Natur, wahrscheinlich der primärste Aspekt in der Religion überhaupt. Im Gegensatz dazu steht die Philosophie, die durch Suchen und sachliche Fragestellung gekennzeichnet ist. Möglicherweise begannen die Religionen auch erst dann, als die Menschen untereinander in Konflikt gerieten. Die These Reichs, das der Mensch sich panzerte als Folge der Entwicklung seines Bewusstseins halte ich persönlich für unwahrscheinlich. Keine Bewusstseinsfrage treibt einen Menschen dazu sich gegenüber seiner Umwelt zu panzern, es sei denn, ein sozialer Konflikt liegt bereits vor, der sich auch bewußtseinsmäßig verankert hat.

Mit den Religionen schafft man ein neues Ordnungssystem, indem Loyalität, Unterwürfigkeit und Schuldvergebung ihren Platz haben. Gottes-, also Herrscherfurcht ist sehr geeignet für die sozialpolitische Organisierung und wird ständiger Begleiter der Disziplinierung durch die Zeit bleiben.

Gottes Vertreter und die Herrschenden sind natürlich identisch. Das war zur Zeit Moses in Ägypten so, wie wahrscheinlich in allen anderen Ländern und Zeiten auch.

Die patriarchalischen Religionen haben wenig mit Lebendigkeit zu tun, sondern engen diese mehr und mehr ein. Diese Einengung bringt die pervertierte Sexualität hervor, wie wir sie in Regionen der christlichen Mission kennen und Religion wird nun ein Regelsystem für Zucht, scheinbare Moral und wichtige Stütze für die Sicherung der Neurose.

Die Einengung der Sexualität ist es, die sowohl das soziale Leben verkrüppelt, sowie Körper und Geist trennt. Die so vom Genital abgetrennte Sexualität entwickelt die Neigung übersteigerte geistige Bilder hervorzurufen, die nicht selten zum Wahn ausarten und sich inhaltlich von abgesperrten (stillen) Psychosen nicht unterscheiden. In der neurotischen Struktur sind sie eingefroren, stereotyp und existieren nur als Abbild des Konformismus.

Theoretisch stehen wir dem Gegensatz von genitaler Befriedigung und neurotischer Phantasiebildung gegenüber, die nicht selten durch Angst und Hoffnung initiiert und bestimmt wird. Angst und Schuld in der Kindheit spielen hier immer eine große Rolle

Reich selber, zunächst in den 2oer und 3oer Jahren Kritiker der Kirchen, wandelt sein Bild angesichts des Versagens der sexuellen Revolution. Er selber ist in den 50er Jahren in den USA in der Situation Trost zu brauchen. Er versteht jetzt besser, dass die Menschen etwas brauchen woran sie glauben können, vor allem wenn es keine wirkliche Hoffnung auf Verbesserung gibt.

Seit der Entdeckung der Orgonenergie, dem kosmischen Fluidum, interessiert sich Reich weniger für psychologische Fragen, sondern mehr für die Durchsetzung der Theorie der fundamentalen Kraft, die er jetzt am liebsten mathematisch ausdrücken möchte.

Trotzdem versteht auch er den Glauben mehr und mehr als Schutz gegenüber der sich nur schleppend verändernden Realität. Der Mensch braucht ihn und auch Reich bedient sich seiner.

Wie jeder Theoretiker versucht auch Reich die kosmische Sehnsucht (orgastische Attraktion) orgonenergetisch zu begründen, mit Recht. Ungewollt legt er jedoch parallel die Basis für spätere Fehlinterpretationen einer religiösen Kosmologie, die durch andere in seinem Namen in eine völlig falsche Richtung ausgebaut werden.

Gott und die Orgonenergie rücken näher zusammen- jedoch als Hypothese, nicht als Wissenschaft. Gott und die religiöse Sehnsucht werden in bezug auf die Lebensfunktion interpretiert und die wiederum im Sinne der Orgonbewegung verstanden.

Aber die Religion macht weder lebendiger noch gesünder. Für Reich wird sie in der Zeit wichtig, in der er alle sozialen Kontakte verliert und sich an die Ewigkeit klammert.

In der Isolation schreibt er den Christusmord, der zum Ausdruck bringt, dass der Neurotiker ungepanzertes Leben nicht ertragen kann und deshalb verfolgt wird. Nicht selten mit tödlichem Ausgang

Möglicherweise ist die ganze Christusreligion ein Missverständnis. Getragen wurde das Christentum nicht von den Juden, sondern von den römischen Sklaven und Sympathisanten im römischen Reich, deren Leben eh nicht viel wert war. Und auch hier hatte es eher einen sozialen, als spirituellen Charakter.

Aber auch hier wird Leben wieder ins Jenseits verbannt und damit religiös. Möglicherweise wurde Jesus nur wegen seines Andersseins Opfer. Er durchbrach die Anschauungen seiner Zeit. Einerseits hatte er mit den asketischen Essenern zu tun, andererseits verdiente er sein Geld in der Stadt, die im Gegensatz dazu ganz andere Lebensgewohnheiten aufwies. In seinem realen Leben sah er sich sehr wahrscheinlich vor die Situation gestellt, diese Wiedersprüche durch Menschlichkeit und Verständnis zu versöhnen.

Dabei bediente er sich möglicherweise religiöser Metaphern. Menschen wie ihn gab es immer und wird es immer geben. Wer selber wie ich solche unter ganz normalen Leuten getroffen hat, weiß was ich meine und versteht auch ihren tiefen Eindruck, den sie auf andere hinterlassen. Möglicherweise versuchte man den historischen Jesus in einen sozialen Aufstand gegen die römischen Besatzer hineinzuziehen, an dem Barabas beteiligt ist und mit dem auch Judas Ischariot sympathisiert. Jesus bezahlt das jedenfalls mit seiner Kreuzigung, die er höchstwahrscheinlich überlebt und anschließend das Land verlässt.

Seine Geschichte, religiös verklärt schafft einen Mythos, der vor allem bei denen wirkt, die hoffnungslos durch das römische Reich versklavt sind.

Teile der römischen Welt wollten sich verändern und das Christentum, das von Rom jetzt massiv unterdrückt wird, wurde zur maßgeblichen Bewegung seiner Zeit.

Auch wenn das Christentum später zum Unterdrücker heimischer Kulturen wird, wie beispielsweise der keltischen, ändert das nichts daran.

Alle diese Ereignisse haben mehr einen psychologischen und sozialen Charakter. Unterdrücktes Leben hofft zunächst auf eine Spiegelwelt, die frei von Unterdrückung ist. Jesus wurde zum Symbol für einen Kampf um Gerechtigkeit und der Sieg ist nur möglich, wenn man dafür stirbt, so will man es allen glaubend machen. Sterben ist zu dieser Zeit sowieso an der Tagesordnung. Anscheinend hat diese Wahrheit die Menschen tief beeindruckt. Oder waren es die Menschen die nun einmal diese Tatsache des Mordens für sich selber benutzen wollten? "Jesus starb für Euch, damit ihr im Himmel frei seid." - Man weiß es nicht so recht. Jedenfalls ohne sterben geht es nicht ab.

Der Christusmord war für Reich eine sozialpsychologische Wahrheit, egal, ob es die historische Person Jesus nun gab oder nicht, wie er schrieb. Er, Reich musste denselben Weg gehen und auf zivilisiertere Weise sterben. Jesus (das Leben) muss immer sterben in unserer Zeit, die pulsierendes Leben nicht ertragen kann und ihre Kinder bereits im Kreissaal zur Panzerung zwingt. Der Mord muss verklärt werden,- alles eigentlich nichts religiöses.

Das Buch "Äther, Gott und Teufel " ist ein Versuch von Reich metaphysische Kategorien in Bezug zur Orgonenergie zu stellen.

Während der Begriff Äther noch eine sinnvolle hypothetische Betrachtung der Philosophie und späteren Naturwissenschaft darstellt, sind Gott und Teufel eher psychische Abbildungen, die sich nicht mehr weiter hinterfragen lassen. Sie sind mystisch im sexualökonomischen Sinne.

Der Bezug zu den 3 Kategorien führt unweigerlich durch das Nadelöhr der Sexualökonomie, der Regulation der Orgonenergie im Biosystem. Reich hielt das für so außerordentlich wichtig, dass er immer wieder darauf hinwies. Dem ist nicht mit Religion oder Meditation beizukommen.

Sein Verhältnis zur Mystik wurde durch die in ihr nachweisbare wirkende Orgasmusangst bestimmt. Ihn interessierte nur diese Art von Mystik, die darauf basierte, dass Sexualenergie durch Angst in Form von Panzerung gebunden wird. Diese Art von Mystik, die nichts über den Urgrund des Seins aussagt, entspringt einer ängstlichen Charakterstruktur, die gerne in Phantasien flüchtet.

Sie gründet sich nicht in universellen Informationen, die irgendwo gespeichert sein sollen, wie die Jungschen Archetypen oder der genetische Kode. Wo diese Informationen gespeichert werden, kann heute niemand mit Sicherheit sagen. Auch das der Platz die Orgonenergie sein soll, ist hypothetisch. Möglicherweise werden sie vererbt.

Grundzüge des Phantasierens finden wir bei Kindern, die in der Realität noch nicht richtig gegründet sind. Ihre Rationalität drückt sich aber darin aus, dass Phantasien nicht überbewertet werden und zu jeder Zeit aufgegeben werden können. Die Eigenschaft zum Phantastischen wird meist von den Erziehenden benutzt um Kindern von Feen, Kobolden, schwarzen Männern oder einem Gott zu erzählen, der auch unter die Bettdecke der Kinder schauen kann.- Kurz, zur Angsterzeugung gegenüber der Autorität. Die kindliche Projektion kann dem Kind über vieles hinweghelfen, was ihm das Leben verwehrt, wie fehlende Liebe oder fehlender kindlicher Sexualität.

Mit zunehmendem Alter verschwinden diese Symptome und die Kinder finden in die Wirklichkeit. Nur in Träumen tauchen Bilder und Abläufe auf, die nach dem Aufwachen nicht mehr existent sind. Sie werden als das gesehen was sie sind, nämlich Träume und nicht als eine Wirklichkeit verteidigt. Es gibt aber auch Menschen bei denen das nicht der Fall ist. Sie träumen bis ins Erwachsenenalter, z.B. sie seien bedeutsame Menschen, hätten eine Mission oder würden einmal sehr reich und mächtig werden. Wenn sich diese Träume nicht in die Realität überführen lassen, gleiten die Tagträume immer mehr ins Unrealistische ab, möglicherweise bis zum Wahn. Isolation und Hoffnungslosigkeit verstärken solche Bilder.

Das könnte möglicherweise einem Menschen passieren, der energetisch eine reduzierte Struktur besitzt und der durch einseitige Zufuhr von Orgonenergie geistig den Kontakt zur Realität verliert, ohne das selber zu merken. Er könnte sich für einen Zauberlehrling halten, was bedeutet, dass er später einmal ein großer Zauberer werden wird, zumindest wünscht er sich das in seiner Kleinheit. Ist er Maoist, so könnte er auf einem Poster von Mao TseTung eine Sprechblase zeichnen und in Verbindung mit seinem Namen den Satz hineinschreiben "komm zu mir ". Er könnte aber auch glauben, dass Gott zu ihm selber spricht. Kurz, Realität und Phantasie verschwimmen ineinander und können nicht mehr scharf getrennt werden. Das ist pathogen.

Die Art von Abgehobenheit hat sich immer ihre eigenen Institutionen geschaffen, die mit den jeweiligen Trends wechseln und warum sollten die vor der Orgonomie halt machen.

In bezug auf die Orgonomie hielt man es jedoch für notwendig "neue Kategorien Reichs" einzuführen, die beim historischen Reich, also wirklichen Reich nicht zu finden sind. Ich nenne das immer "des Kaisers neue Kleider"

Reich selber hatte für Personen, die in solchen Zusammenhängen für eine Öffentlichkeit werben eine treffende Bezeichnung, die jeder Reichianer gut kennt. Ich will sie hier nicht nochmals nennen.

Bezüglich solcher Informationen aus anderen Welten gibt es Fachleute, die sich mit diesen Themen jenseits der Unseriösität beschäftigen. Ihre Namen sind bekannt

Meine persönlichen Recherchen haben ergeben, dass es keine neuen Informationen nach 1957 bezüglich Wilhelm Reich gibt! Eigentlich ist es sehr simpel so etwas nachzuprüfen.

Im Gegensatz dazu gibt es Trivialchanneling, mittels dessen man selbst mir versuchte einzureden, ich selber sei ein Ufo-Kommandant und würde zu einer außerirdischen Flotte gehören. Da ich selber nicht an Amnesie leide, ist das eigentlich eine Dreistigkeit, die aber auch zeigt, mittels welcher Methoden hier plump operiert wird.

In der Naturwissenschaft legt man Wert darauf Experimente reproduzieren zu können. Dasselbe sollte zumindest für "esoterische " Informationen gelten. Auch hier ist Reproduktion zumindest 1. erforderlich und 2. notwendig, wenn man eine wirkliche Aussage machen will. Dies als Tipp für alle die sich mit diesem Thema beschäftigen wollen. Nicht dumm glauben, sondern selber prüfen.

Reich selber stand am Anfang der Erforschung dessen was er Orgon oder Lebensenergie nannte. Niemand weiß eigentlich heute so recht was Orgon eigentlich ist. Orgonenergie wurde im Rahmen der sexualökonomischen Psychoanalyse entdeckt und physikalisch verifiziert. Als eigene Energie wurde sie bezeichnet, weil sie sich nicht in den Rahmen der herrschenden Physik einordnen ließ. Als Lebensenergie wurde sie bezeichnet, weil sie ein auslösender Faktor für die biologische Pulsation ist, die die Psyche speist und die Lebensorganisation unterstützt.

Die freie Energie überlagert sich und führt zur pulsierenden Struktur. Tatbestände der Anziehung und Überlagerung hat man mittlerweile bereits bei ganzen Galaxien festgestellt. Das man in der klassischen Astrophysik die schwarze Materie dafür verantwortlich macht, spielt hier keine Rolle. In der Orgonomie vermutet man, dass die Orgonenergie durch Überlagerung Materie hervorbringt.

Orgonenergie ist in gewisserweise immer unruhig, auch im "Zustand des ruhigen Strahlens". Sie sucht immer nach Erregung, Konzentration und Entladung. Sie erkrankt auf verschiedene Art und Weise, wenn ihr diese Bewegung verwehrt wird. Sie ist extrem langsam im Gegensatz zur atomaren Bewegung.

Sie stellt eine Alternative zur Theorie des leeren Raums der Physik dar und Reich mutmaßte aus diesen Fakten ihre Ursprünglichkeit.

Die klassische Physik konnte Reichs Orgonenergie nicht nachvollziehen, die Biologen konnten Reichs Theorie der Lebensenergie ebenfalls nicht verstehen. Newtons Vorstellung von einem statischen Äther wurde 1881 von den Physikern Michaelson und Morley wiederlegt und war seitdem für die Physik nicht mehr akzeptabel.

Bereits im 19. Jahrhundert hatte man in der organischen Chemie Harnstoff synthetisch herstellen können, also ohne einen "Lebensfaktor" von außen. Ich will hier nicht auf die fehlerhaften theoretischen Ansätze bezüglich einer Lebensenergie durch die klassischen Naturwissenschaften eingehen. Reich sah die Vernageltheit dieser Wissenschaft als ein psychiatrisches Problem und postulierte, dass es gerade einen Psychiater vorbehalten geblieben sei, die Sperre für diese Tatsachen zu durchbrechen.

Während sich die Orgonomie in den USA nach Reichs Tod immer mehr den konservativen Ansichten der Republikaner anglich, findet der Begriff Orgon im mystischen, esoterischen Lager besonders in Europa Anerkennung als Gotteskraft und damit einer Entkleidung ihres wissenschaftlichen Gehaltes. Entscheidend ist heutzutage die Anpassung an einen Markt der Esoterik. Auf Flohmarktebene unterstützen Trittbrettfahrer der Orgonomie diesen Verwesungsprozess und fachen ihn teilweise auch noch mit an.

Im Gegensatz zu Konzepten des Äthers, Gott oder Teufel ist Orgon ein sehr brauchbarer Begriff im naturwissenschaftlichen Sinne. Er gibt uns neue Fakten zur Energetik, zur Quantität des psychischen Faktors und ist auch hilfreich in der Medizin. Weitere Aufzählungen könnten folgen.

Doch vieles bleibt unklar. Ist Orgon die letzte Weisheit oder selber nur eine untergeordnete Funktion? Ist Orgon das Leben allgemein oder nur eine Funktion innerhalb des Lebens und der Natur? - Keiner weiß das so recht, wenn wir ehrlich sind. Beispielsweise passen Rupert Sheldrakes morphologische Felder wenig zur langsamen Bewegung der Orgonenergie. Diese Forschung muss man aber ebenso ernst nehmen wie den Prozess des Tunnelns mittels dessen Prof. Günter Nimtz am Physikalischen Institut 2, Köln, 1998, die doppelte Lichtgeschwindigkeit in einem Verfahren messen konnte.

Mittels seiner Methode wurde eine Wegstrecke in der Mitte durch einen 7 cm kleineren, schmaleren Weg ersetzt. Dieses Experiment des Tunnelns wurde an der Universität in Berkely mittels einer anderen Anordnung sogar mit 6- facher Lichtgeschwindigkeit bestätigt. Darüber hinaus wurden sogar Ergebnisse erzielt mit dem Resultat, dass das Signal sogar aus dem Tunnel austrat, bevor es überhaupt in den Tunnel eintrat. Diese Tatsache ist nicht nur physikalisch sondern auch philosophisch höchst interessant. Es könnte nämlich bedeuten, dass alles was wir als Physik bezeichnen, eingeschlossen die Orgonenergie, möglicherweise so beschaffen ist, dass es in seiner gesamten Struktur als Bremse in einem Raum wirkt, den wir so noch gar nicht kennen.

Wie dem auch sei, so unglaublich diese Ergebnisse klingen, sie sind nicht erdacht und gingen damals durch die Medien (Mozarts getunnelte Sinfonie). Natürlich darf so etwas eigentlich nicht möglich sein und wurde auch deshalb von der Physik trotz Bestätigung nicht freudig aufgenommen. Einen Nobelpreis gab es dafür nicht. Stattdessen behauptete man jetzt, es müsste sich um etwas anderes handeln, da durch Maxwell elektrische Teilchen hinreichend erforscht seien und sich ja bekanntlich nach Einstein nichts über Lichtgeschwindigkeit hinaus bewegen könnte. Dies gibt uns nicht nur einen Hinweis auf die Beschränkung der Physik, sondern zeigt uns auch, dass es möglicherweise noch tiefere Ereignisse als die der Orgonenergie geben könnte. Die wären dann aber auch mittels einer spirituellen Orgonomie nicht erzielbar.

Betreffend der Orgonomie bezeichnete Reich selber das Orgonfeld als eine neu entdeckte Küste, die erst noch erforscht werden müßte. Ein Tor zu einem großen Raum wurde aufgestoßen, doch der Raum selbst ist nicht erforscht.

Innerhalb des Orgonkontinuums gibt es funktionelle Identitäten und Gegensätze. Leben (überwiegende Expansion) und Tod ( überwiegende Kontraktion).

Irgendwo innerhalb dieser Funktion versuchte die Esoterik die Spiritualität einzubringen.

Spiritualität hat jedoch mit Lebendigkeit wenig gemein. Ihr fehlt im allgemeinen die Unruhe, die das Lebendige kennzeichnet, die Bewegung, das Suchen, die Erregung etc.

Meditation muss deshalb hauptsächliche Einengung der Lebensenergie herbeiführen. Theoretisch vermutet man in dieser Agitation, jenseits der Konfusität, das leuchtende Herz von- was auch immer. Dabei macht jedoch jeder die Erfahrung, dass die Lebensenergie sich gegen dieses Festhalten sträubt. Das ist ein großes Problem für jeden der sich mit Meditation beschäftigt. Man wird unruhig, schweift ab, schläft ein oder erklärt hinterher aus Hilflosigkeit, wie enorm sensitiv diese Meditation gewesen sei.

Die Faszination der Spiritualität kam mit der Hippibewegung zu uns. Zunächst über Maharishi Mahesh Yogi, späterer Hauptvertreter war Bagwhan Shree Rajneesh. Dazu kamen Jesuspeople, Sufis, Hindus und Buddhisten. Ursprünglicher Träger in der BRD waren Teile der aufgeschlossenen linken Bewegung, die über Psychedelique, Psycho- und Landgruppen in der Esoterik versackten. Neue Theorien, aber auch das Ende ihrer politischen Perspektiven waren ihre Triebfedern.

Bereits 1970 gab es eine ausgeprägte Drogensubkultur ehemaliger Linker. So fanden dann auch einige meiner Freunde Mitte der 70er Jahre zur esoterischen Szene und glaubten ernsthaft an Elfen und Engel. Zuerst war man Hindu, dann Bagwhani, anschließend Buddhist und dann wieder Christ. Zwischendurch ging man zum Wahrsager, warf das I Ging oder studierte das Horoskop. Doch ein echtes Zuhause fand man nicht, außer im Geschäft damit.

Mit der Zeit erkannte man, dass die ganzen Szenen, besonders die Asiatischen ihre eigenen Historien und Hierarchien hatten, in denen man Außenseiter blieb und sozial nicht aufsteigen konnte- außer man machte sich selber zur Autorität mit eigener Theorie und besser noch Organisation. Viele basteln heute noch daran.

Im allgemeinen gibt es in Religion nur 2 Möglichkeiten der Praxis. Das devotionale Gebet oder die Meditation bzw. Yoga und die entsprechenden Kurse, Literatur etc.

Theoretisch muss man sich für ein theistisches System, also einen Schöpfergott, oder ein nicht- theistisches System entscheiden, das eigentlich mehr der Psychologie entspricht und dessen Hauptvertreter der Buddhismus ist.

Schon hier fehlt bei vielen die sich dafür interessieren oft die theoretischen Voraussetzungen. So wissen die meisten beispielweise nicht, dass Hindu-Tantra und Buddhistisches Tantra völlig entgegengesetzten Anschauungen folgen und das New AgeTantra eher ein Sensitivtraining als ein Tantra ist.

Dazu gesellt haben sich inzwischen die Alternativreligionen, die meist auf New Age oder Animismus , also Naturverehrung basieren, desweiteren heimische Religionen, Praktiken mit Kristallen, Chakren, Teufelsverehrung etc.

Theismus wie er im Christentum vertreten wird glaubt an einen Schöpfergott. Der Hinduismus, je nach seiner Ausrichtung auch. Doch hier handelt es sich mehr um einen Selbstentfaltungsprozess des Göttlichen. Hier ist im Gegensatz zum Christentum, das ja letztlich auf dem alten Testament basiert, die Welt nicht so perfekt sondern grundsätzlich verschleiert- also nicht Gottes höchste Schöpfung. Jegliches Leid wird hier auf eklatante Unwissenheit zurückgeführt. Im klassischen Hinduismus ist die oberste Instanz männlich, seine Energie jedoch weiblich (Shakti). Sie ist im weltlichen Sinne nicht im Besitz des göttlichen. Die Praxis des Tantras hier ist ein Versuch diese Energie wieder mit ihrem geistigen Kopf Gott zu vereinen.

Im Buddhismus, dem radikalsten religiösen Vertreter nicht-theistischer Auffassung gibt es keinen obersten Gott, noch eine Schöpfung. Die Welt entsteht aus Umnachtung- nichts herrliches oder erhabenes. In einem der höchsten und schwersten Tantra sagt Samandra Badra: "Ein (Ur)Grund- aber 2 Wege (der Wahrnehmung)." Hier ist Tantra ein Stufenweg Methode und Weisheit zu vereinen. Da die Weisheit hier weiblich ist, steht sie im direkten Gegensatz zur hinduistischen Vorstellung. Das männliche Prinzip ist hier dem praktischen zugewandt diese Weisheit wiederzuerlangen, die auch hier als ursprünglich angenommen wird.

Wir sehen also Spiritualität ist ein sehr abstrakter Begriff, der nichts anderes sagt außer, dass alles geistigen Ursprungs ist.

Wenn dem so ist, dann müsste in bezug auf die Orgonomie Orgonenergie und Geist gleichgesetzt werden. Dann müsste aber das geistige Prinzip dominant sein, weil alles andere bedeuten würde, das die Orgonenergie einen Geist entwickelt,- somit dieser Geist nicht ursprünglich ist. Das hat eigentlich mit Orgonomie nichts mehr zu tun und ist reine Spiritualität. Sollte der Geist als ursprünglich aufgefasst werden, könnte eine spiritualisierte Orgonomie nichts anderes bedeuten als die natürliche Orgonenergie, so wie wir sie kennen und wie sie auch in der äußeren Natur funktioniert, zu unterdrücken. Denn in der Orgonomie gibt es eigentlich nichts zu entwickeln, außer sich der Neurosen zu entledigen.

Die Einengung der Bewegung des Orgons- Unterdrückung des sexuellen Orgasmus sind letztlich die Folge und ich bezweifle, dass es die Praktizierenden so glücklich macht, wie sie es uns glaubend machen wollen. In dieser Szene wird im allgemeinen das Genital herabgewürdigt und die Güte des Herzens beschworen. Ein krasser Gegensatz zu Reichs orgonomischer Sexualökonomie. Geworben wird hier mit angeblicher Sensitivität. Ich persönlich halte das für ein konzeptionelles Produkt.

Letztlich kehren diese Leute wieder zu einer normalen Sexualität zurück und auch in der Meditation sind sie froh, wenn ihre 20 Minuten der Langeweile vorbei sind und sie sich wieder dem Leben zuwenden können. Wirkliche Extasen erlebt man auch nicht da und glücklich und frei wird man schon gar nicht.

Nehmen wir die Orgonenergie als ursprünglich an, so könnte eine Meditation auf sie uns nicht weiterhelfen, denn die Orgonenergie funktioniert jenseits einer jeglichen aufgesetzten Disziplin. Können wir Neurosen mit Meditation lösen oder Trauer loswerden oder könnten wir Wut frei setzen? Nein

Gibt es eine orgonenergetische Meditation, die uns lebendiger macht oder uns ins Herz der Lebensfunktion führt? Auch hier meinen wir NEIN.

Es handelt sich hier um ein Aufsetzen des Meditationsprinzips auf die Orgontheorie und es fehlt alles das, was ein meditatives System auszeichnet, einen Meister (der den Weg bereits gegangen ist) und eine Tradition einer Verwirklichung, die das Herz jeglicher Meditation darstellt, also all das, was man den Segen einer Übertragungslinie nennt. Auch die Orgonomie hat so etwas wie eine Übertragungslinie. Mit Reich am Anfang, seiner Kunst und denen, die bei ihm gelernt haben und durch Therapie gewachsen sind und die dies an andere weitergegeben haben. Das ist auch eine Übertragungslinie. In der spiritualisierten Orgonomie fehlt das ganz und gar. Keine Meister, keine Übertragung- nur ein Konzept.

Wir können mit den Funktionen der Orgonenergie leben.- Eine Meditation auf sie bringt uns ihrer Funktion nicht wirklich näher, außer in der Einbildung in ihr zu ruhen,- warum nicht. Zu Extasen wird das wohl kaum führen.

Der Versuch in sie hineinzuhören oder zu sehen bringt sie uns weder näher, noch wird das Leben stärker in uns. Panzerung, das wesentliche Kernstück der Lebensenergiebremse werden wir auch nicht los.

Orgonomie hat in Bezug zum Leben ihre eigene Domäne. Und die hat mit Meditation wenig zu tun. Auf sie zu meditieren könnte dazu dienen sie möglicherweise besser zu betrachten, beeinflussen kann man ihre Funktion durch Meditation jedenfalls nicht. Grundlegend in sie eindringen können wir ebenfalls so nicht.

Meditation dient im allgemeinen zunächst einmal dazu zu beruhigen, sich aus Bindungen temporär zu lösen. Am geläufigsten ist die 1Punkt-Meditation, meist auf ein Objekt. Auch das hat mit Orgonomie nichts zu tun und wird überall dort verwendet, wo Meditation zur Anwendung kommt. Ein Punkt Meditation gibt es in allen Meditationssystemen. Das Ausgerichtetsein auf einen Punkt kann z.B. ein Bild sein, oder jedes beliebige Objekt. Es ist lediglich eine Technik, aber kein Inhalt.

Wollen wir auf die Lebensenergie meditieren so ist das nicht so einfach. Man könnte beispielsweise einen Tinnitus haben und dies für das Rauschen der Orgonenergie halten. Oder man setzt eine Körpervibration mit der Orgonenergie gleich. Was selbst an der Orgonenergie rauscht oder nicht ist für einen nicht ohne weiteres feststellbar, auch wenn einige glauben das besser zu wissen, also bleibt nur die 1 Punkt-Meditation auf ihr Objekt- eines Rauschens.

Ein Punkt Meditation ist nicht unbedingt für jeden geeignet. Sollten sie einen Kopfblock im Sinne der Orgonomie haben, so kann der verstärkt werden. Haben sie eine psychotische Disposition, von der sie nichts wissen und die sich auch nie manifestiert hat, so könnte diese unter ungünstigen Umständen zum Ausbruch kommen. Sie könnten das zunächst mit übersteigerter Sensibilität verwechseln. Ein Anzeichen für einen solchen Zustand könnte sein, wenn sie die Nähe anderer Personen nicht mehr gut vertragen könnten und wenn in ihrem Geist Bilder aufsteigen von denen sie glauben, sie kämen von außen.

Obwohl die 1Punkt Meditation überall da gängig ist wo man meditiert, bezweifeln doch selbst hohe tibetische Lamas dass sie einen Zweck hat, auch nur ein technischer Trick ist, um dem Meditierenden das Gefühl zu geben zu meditieren. Theoretisch soll sie den Geist beruhigen bzw. ruhigstellen.

In der Meditation erforschen wir eigentlich UNSEREN Geist, nicht DEN Geist. C.G. Jung, der Sohn eines Geistlichen und erster Nichtjude in Freuds Wiener Kreis, brachte uns die Vorstellung von den Archetypen,- im Grunde geistige Informationen die irgendwo im Erbgut gespeichert sind (das kollektive Unbewusste). Wo weiß man nicht. Sie repräsentieren die Ebene der Phantasie, in der man 3 Köpfe und 4 Beine haben kann oder auch tausend Arme. Die Archetypen sind wilde Gestalten, roh und temperamentvoll. Sie setzen Emotionen in psychische Bilder um, geben ihnen eine Ich-Identität, ähnlich wie im Traum. Es handelt sich hier nicht um reale Gestalten, sondern um psychische Bilder.

Eine geglättete, sozusagen kultiviertere Form neuerer Vorstellungen sind die Engel. Sie besitzen nicht mehr die ursprüngliche Kraft der Natur. Ebenfalls so wie der Anzugmensch haben sie ihre ursprüngliche Kraft eingebüßt. Sie sind ideologisch, d.h. künstlich erzeugt.

Ähnlich wie LSD-Tripper oftmals mit ihren eigenen Bildern nicht fertig werden und falsche Schlüsse daraus ziehen, so kann das Praktizierenden passieren, die in die psychische Ebene solcher Bilder vordringen.

Einst gab ein Lehrer seinem Schüler die Anweisung in seiner Meditation, was immer geschehen würde nicht zu reagieren und statt dessen mögliche Objekte mit einem Zeichen zu markieren. Es ergab sich nun, dass der Praktizierende in der Meditation fortlaufend dadurch gestört wurde, dass die Tür seiner Klause durch den Wind auf und zugeschlagen wurde. Er sann nach Abhilfe und fand ein Stück Holz, dass er sich mit seiner Axt passend machen wollte. Da fiel ihm ein, was sein Lehrer ihm gesagt hatte und er markierte das Stück Holz lediglich. Als er aus seiner Meditation erwachte befand sich die Markierung direkt auf seinem Arm.

Deshalb gibt es hier Führer, die solche Wege vorangegangen sind und ihre Natur und Funktion und Nutzen verstehen. Es gibt vorbereitende Praktiken, die den Praktizierenden in die Lage versetzen weder Schaden zu nehmen oder was ebenfalls schlimm ist auf das Besondere abzufahren, bis der unausweichliche Kater einen wieder in die Tiefe stürzt oder man sich ideologisch unwiederbringlich verkantet.

Sollten sie sich einem Laien ohne Reverenzen anvertrauen der sich seine Theorien zusammengeschustert hat, so ist das ihre Entscheidung.

Psychische Bilder, ob roh oder zahm haben mit der Lebensenergie als solcher nichts zu tun, sind ihre Funktion vielleicht sogar entgegengesetzt. Diese Ebenen spürt man beim nahenden Tod oder bei Intoxikationen, bei denen die Lebensenergie ihre Pulsation verliert. Das was man gerne als Spiritualität ansehen möchte, ist eigentlich Psychologie auf einer anderen tieferen Ebene, wahrscheinlich der gespeicherten Eindrücke in uns selbst. Es ist eine psychische Funktion die unterhalb der Freudschen Es, Ich, Überich, also der Libidopsychologie liegt. Welche Energie sie speist ist unklar und inwieweit man hier von Energie im herkömmlichen oder orgonomischen Sinne reden kann ist völlig unklar.

Nur die These einer grundlegende Energie wäre hier ein hypothetisches Bindeglied. Ich finde, es macht wenig Sinn sich darauf zuversteifen. Man landet hier wieder unwillkürlich in der Metaphysik. Jeder weiß, dass Systeme mit Verwirklichung stehen und fallen. Das ist nicht nur in der Orgonomie so. Auf der Ebene der Orgonenergie ist das die Therapie. Man kann davon halten was man will, aber wenn man nicht ernsthaft den Versuch gemacht hat sich mit sich selber auseinanderzusetzen, wird man in der Orgonomie nichts anderes als ein Journalist sein, der dieses Thema referiert ohne wirklichen Tiefgang.

Orgonenergie kann man sehen. Am besten, wenn man in einen Raum schaut der etwas abgedunkelt ist oder wenn man kein Objekt fixiert und in den Raum selber schaut. Gut kann man sie in den von uns gebauten Original-Orgonakkumulatoren sehen. Doch viel Erkenntnis bringt auch das nicht. Weder über die Energie noch über den eigenen Zustand. Je nach Konstitution projiziert man Dinge auf diese Wahrnehmung. Vor allem wenn einem schon suggeriert wird, wie das Resultat auszusehen hat. Zum Beispiel, die Energie würde sich freuen.- Dies könnte eine tiefe Angst vor Kontakt sein und ein Versuch persönlich vor Strafe oder Angst zu flüchten (die Energie freundlich stimmen wollen - Unterwerfung unter eine Autorität). Oftmals sind die Beteiligten sich nicht über die Natur ihrer Gefühle im klaren. Das ist leider das Dilemma.

Ich selber habe mich Jahre damit beschäftigt Orgonenergie zu sehen, weil es sich automatisch ergab, es mich neugierig machte und mir zudem leicht fiel. Zunächst im Orgonakkumulator, dann außerhalb. Ich habe festgestellt, dass, um so mehr man sich darin vertieft, man immer neuere drehende Muster sieht, die letztlich nicht mehr in ihrer gleichzeitigen Gegensätzlichkeit der Bewegungsrichtung verfolgbar sind. Als Meditation ist dies schon gar nicht geeignet, weil es keine Ruhe herstellt und immer wieder einen neuen Fokus verlangt, wenn man wirklich darin eindringen will. Es macht auch nicht lebendiger oder geistig klarer. Die Überlagerung von neurologischen Triggern und einer grundlegenden Orgonschwingung ist auch nicht trennbar.

Alles als Erfahrung vielleicht interessant, aber weder besonders spirituell und eher ein Fall für die orgonomische Forschung. Wenn man das auch noch alles mit einem Gott kombiniert den man zuvor konzeptionell erzeugt hat, befindet man sich eher in einem Konditionierungsprogramm als im Herzen der Lebensenergie.

Besser ist es Augenübungen zu machen die die okuläre Panzerung entspannt. Jedoch hinter der Panzerung steckt oft Angst und Panik. Hier trennt sich die Entspannung von der Tiefentherapie, in der Hilfe benötigt wird. Okuläre Lebensenergie-Meditation hört sich lediglich gut an und ist vielleicht was für Softenergetiker.

Wirkliche Medationssysteme haben auch geistige Theorien aus der direkten Sicht der Erkenntnis und sind möglicherweise geeigneter, wenn sie was über " ihren Geist" erfahren wollen, denn einen Geist außerhalb von ihnen werden sie wohl kaum finden.

Der Begriff Tantra wird gerne dem Energiebegriff gleichgesetzt. Deshalb nimmt man auch gerne hier im Westen Bezug auf die Orgonomie. Tantra im Sinne von zusammenweben, also Kontinuität von Ereignissen, aber das bedeutet hier nicht die energetische Bewegung des Orgons. Auf die Verschiedenheit zwischen theistischen und nicht- theistischen Tantra habe ich bereits hingewiesen. Die übliche Darstellung hierzulande, nämlich die der Chakren und ihrem Energiefluß von unten nach oben entspricht einer theistischen Auffassung, sowohl von ihrer Konzeption als auch von ihrem Resultat. Sehen wir von einem Gott ab, so gibt es im nicht-theistischen Tantra zwar Verbindungen, aber keine Bezüge. Dieses Energieverständnis ist eigentlich referenzlos und im eigentlichen Sinne völlig unspirituell.

Ganz anders ist es um die Orgonenergie gestellt, die geradezu nach Referenzen giert, im Menschen permanente Unterhaltung braucht und leicht in Langeweile oder Launen verfällt, besonders anfällig auf Druck oder Panzerung und Sexualentzug reagiert. Wollten wir hier beim Orgonenergiebegriff bleiben, so müssten wir hier schon derbe Unterscheidungen vornehmen.

Energie ist in der klassischen Physik ausschließlich an die Massenverhältnisse gebunden. In der Orgonenergie haben wir eine energetische Funktion die außerhalb dieses Verständnisses liegt. Aber spirituelle Energie ist nicht so ohne weiteres zu benennen außer metaphysisch und auch hier stehen wir wieder außerhalb der Orgonomie.

Speziell für ein Geist- d.h. projektionsbefreiendes Tantra braucht man grundlegende Vorbereitungen und den nötigen Ernst. Viele haben, weil ihnen beides fehlt, diesen Weg nicht richtig praktizieren können und ihn deshalb wieder aufgegeben. Im Tantra werden Motivation und Erscheinung durch spezielle Methoden beeinflusst, die eine geistige Veränderung bewirken können. Sie haben nichts mit Orgonomie zu tun und sind autonom funktionierende Lehrgebäude mit langer Tradition. Bekanntlich lehnte Reich Yoga ab. Das lag vor allen Dingen daran, dass Reich nur die Lehrgebäude kannte, die auf Askese und körperlicher Zurückhaltung basierten. Im Gegensatz dazu waren christliche Missionare entsetzt, als sie zum erstenmal mit Ideen des Tantras in Berührung kamen. Die Symbolbilder des Tantras Yab-Yum (sexuelle Vereinigung zwischen männlich und weiblich) waren für sie schockierend. In Wahrheit symbolisieren sie aber nur die Vereinigung von Methode und Weisheit.

Reich kannte das sehr wahrscheinlich nicht, sondern nur die Vorstellung einer lebensenergieverneinenden Philosophie, also nur den Teil, der vor allen Dingen Moral und Einschränkung betraf und den er auch wohl zurecht als Rückständig gegenüber der Orgonomie ablehnte. Den Kern der geistigen Praktiken Indiens lernte Reich nie kennen. Somit hatte er nicht die Möglichkeit zur Beurteilung, über die wir heute verfügen.

Meditation kann einen Speicher für funktionstüchtige Eindrücke schaffen. Auf dieselbe Weise kann man aber auch seine Dummheit anreichern und pflegen.

Eine auf Orgonenergie sich gründende Spiritualität hört sich gut an, ist aber aufgesetzt und kann zudem nicht begründen, was an der Orgonenergie spirituell sein soll.

Zudem bringt es die Gefahr mit sich auf den wirklichen Nutzen der Orgonanwendung durch qualifizierte Therapie zu verzichten. Sie kann somit zu einer Untergrabungstheorie des wirklichen Reich werden. Darin besteht auch die hauptsächliche Gefahr, Reich mit Reich zu untergraben (Prinzip des trojanischen Pferdes).

Wer sich mit spirituellen Gruppen auskennt der weiß, dass Neurose und Spiritualität sehr schnell eine Symbiose eingehen, was praktisch bedeutet, dass die Neurose spiritualisiert wird. Das haben auch mittlerweile viele geistige Lehrer erkannt und setzen selber Therapie vor die Meditation oder zumindest begleitend dazu.

Ich halte das für ein gutes Modell. Nach therapeutischen Maßnahmen, die erfolgreich waren ist eine weitere psychologische Vertiefung erheblich rationaler und verspricht deshalb mehr Erfolgschancen für einen vernünftigen Weg.

Ein geistiges System was sich auch bei Reichianern immer mehr durchgesetzt hat ist das Dzogchen System. Es wurde etwa zeitgleich (etwas früher) als der Buddhismus gelehrt und gilt selbst dort als höchstes System der Erkenntnis. Ursprünglich wurde es von Garab Dorje gelehrt und hatte von da an bis zum heutigen Tag eine Übertragungslinie. Jedoch erst im 19. Jahrhundert wurde es von Patrul Rinpoche niedergeschrieben unter dem Titel "Tsik Sum Ne dek Das Treffen der Essenz in drei Worten" Selbst der Buddhismus lehrt, dass Verwirrung wie Erkenntnis nur in der Domäne des Geistes geschehen. Der Urgrund aber liegt ihrer Meinung nach nicht im Geist (und schon gar nicht in der Energie.)

Dzogchen ist kein religiöses System und kein spirituelles. Meiner persönlichen Meinung nach ist es das Beste was es heutzutage gibt und deshalb will ich es hier erwähnen. Es galt lange als äußerst geheim. Wahrscheinlich ist es das einfachste System überhaupt, wenn man es richtig versteht und hat nichts mit Mystizismus zu tun. Es erspart uns auf jeden Fall an eine Orgonomie anknüpfen zu müssen, die keinerlei Erfahrung mit dieser Tiefenpsychologie hat.

Es wäre hier zu weitgehend auf die Philosophie religiöser Systeme tiefer einzugehen, zu erklären was die Natur eines illusorischen Egos ist und mit welchen Maßnahmen die nackten Erkenntnisse seines tatsächlichen Fehlens abgepolstert werden. Auch will ich nicht auf die Implikationen eingehen, die dadurch entstanden sind, dass geistige Systeme sich durch Zeiten bewegen mussten, die sie mitprägten und ihnen nicht immer einen guten Stempel aufdrückten. Alte Systeme transportieren eben auch den Schrott ihrer Zeit. Wenn wir uns den Verfall der Orgonomie seit Reichs Tod ansehen, so ist zu erkennen, wie universell so etwas vor sich geht.

Hingewiesen werden soll aber auf die sexuelle Schwäche und die entsprechende Unterwürfigkeit die den religiösen Systemen generell anhaften, besonders denen, die aus patriarchalisch geprägten Kulturen kommen. Sie werden immer durch eine notwendige Doppelmoral begleitet. Hier könnte die Orgonomie viel tun. Erste Bestrebungen meinerseits sind bereits im Gange die Orgonomie den Vertretern geistiger Systeme transparenter zu machen.

Fazit: Einen Geist in der Orgonenergie werden sie wohl kaum finden. Eine spiritualisierte Orgonomie kann dazu führen, dass man vergisst wofür die Orgonomie individuell steht, nämlich zur Lockerung oder Beseitigung einer erworbenen irrationalen Struktur. Mit Meditation wird ihnen eine Lösung dieses Problems nicht gelingen. Transformation von Problemen mag sich gut anhören, findet aber in der Realität nicht statt. Lassen sie sich nicht Theorien als neu verkaufen, die man seit Jahren in verschiedenen Kombinationen überall nachlesen kann. Über eine Orgon/Geist-Connection können wir heute nicht mehr als Vermutungen äußern. Es gibt bewehrte Meditationssysteme. Achten sollten sie allerdings darauf, nicht auf eine Sektenebene gezogen zu werden, denn alle Organisationen sind Spiegelungen ihrer sozialen Verhältnisse, nicht ihrer geistigen Vorgabe.

Nachwort: Meine Untersuchung zu diesem Thema hat nicht die Absicht die Gefühle von Menschen zu verletzen, die irgendeine Art von Religion, egal welche, praktizieren. Jeder Praktizierende weiß, dass die verschiedenen Religionen theoretische Unterschiede aufweisen und das auch nicht alle Religionen einen Gott voraussetzen. Da Religionen jedoch eine menschliche Geschichte haben und teilweise lange Traditionen aufweisen, so liegt es auf der Hand, dass sie sowohl schlechte wie auch gute menschliche Tendenzen darin kultiviert haben. Die einzelnen Religionen sind sich dessen selber bewusst. Schlechte Tendenzen wie die Sexualunterdrückung lehnen wir entschieden ab. Jedoch die guten Tendenzen, auch wenn sie im Gegensatz zu unserem Glauben auf einem Gott -Vater basieren, respektieren wir zutiefst. Sie haben eine eigene Realität und müssen somit auch einen entsprechenden Platz in unserer Gesellschaft einnehmen. Jedoch als analytische Kritiker müssen wir die Religionsfrage von einem anderen Standpunkt her aufwerfen und können da leider auf pragmatische Konventionen , wie immer sie auch aussehen mögen, keine Rücksicht nehmen. Wir bitten daher um Verständnis.


Über den Autor

J .T. war Teilnehmer der APO 1968. Er studierte in den 70er Jahren Reichs späte Schriften und unterzog sich einer Orgontherapie bei Reichs Co Direktor des OrgonInstituts, die er auch mit Erfolg abschloss. Seit dieser Zeit konstruiert er Orgonakkumulatoren die aus ganz Europa und auch anderen Ländern der Welt von seiner Firma, der Orgontechnik bezogen werden. In den 80ger Jahren absolvierte er eine 3 jährige Meditationszurückziehung unter der Leitung eines tibetischen Lama und erhielt anschließend selber den Titel eines Lamas. In den 90er Jahren gründete er das Wilhelm Reich OrgonInstitut in NRW. Er lehrt in Köln an der Volkshochschule Orgonomie und im Rahmen der Lebensenergiepraxis Meditation. Er lebt und arbeitet mit seiner Frau und einem tibetischen Tulku seit 10 Jahren zusammen.

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Artikel:

Selbstregulation als Prinzip orgonotischer Selbststeuerung

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Orgoninstitut Deutschland